Was fordern wir?
Zunächst betonen wir ausdrücklich:
Wir stellen uns nicht grundsätzlich gegen eine Entwicklung des bereits bebauten ehemaligen Brunnenareals. Eine für alle angemessene gewerbliche Nutzung (keine 18m hohe und unbegrenzt lange Logistikhallen) oder auch eine maßvolle Wohnbebauung auf den bestehenden Flächen halten wir für nachvollziehbar.
Was wir jedoch entschieden ablehnen, ist die Ausweitung dieser Planung auf die
umliegenden Grünflächen – und eine Entwicklung, die sich fast ausschließlich an den Interessen eines einzelnen Investors, namentlich der Firma Wackler, orientiert, statt an den Bedürfnissen der Menschen, die hier leben.
Von der Stadt Göppingen und Oberbürgermeister Alex Maier:
Gerade von einem grünen Oberbürgermeister wie Alex Maier erwarten wir eine
vorausschauende und verantwortungsbewusste Stadtentwicklung – eine Politik, die nicht einseitig wirtschaftlichen Interessen folgt, sondern den Schutz von Menschen und ihrer Lebensqualität in den Mittelpunkt stellt.
Stattdessen entsteht derzeit der Eindruck, dass dem OB zentrale Zukunftsfragen aus dem Blick geraten: der Schutz unseres lokalen Klimas, der Erhalt von Frischluftschneisen, Versickerungsflächen und natürlichen Kühlräumen, der Umgang mit immer häufigeren Hitzeperioden sowie der Schutz von sauberer Luft und sauberem Wasser.
Wer heute weitere Freiflächen versiegelt und zusätzlichen Verkehr in Kauf nimmt, verschärft die Probleme von morgen bewusst mit: mehr Hitze im Ort, mehr Lärm, mehr Abgase, weniger Natur und eine sinkende Lebensqualität für die Menschen vor Ort.
Eine Stadtentwicklung, die solche Warnzeichen ignoriert, macht Jebenhausen nicht
zukunftsfähig – sie gefährdet langfristig genau das, was unseren Ort lebenswert macht.
Für die Jebenhäuser Schlossquelle
Gleichzeitig wird ein seit Jahrhunderten bedeutendes Mineralwasservorkommen aufs Spiel gesetzt – ein Naturgut, das Jebenhausen seit Jahrhunderten geprägt hat und unwiederbringlich verloren gehen wird.
Je intensiver wir uns mit dem Jebenhäuser Mineralwasser befassen, desto deutlicher wird: Es handelt sich um ein Gut von besonderer Bedeutung, das einen verbindlichen und dauerhaften Schutz benötigt.
Andere Städte, etwa Stuttgart, haben ihre Mineralwassereinzugsgebiete unter besonderen rechtlichen Schutz gestellt. Vor diesem Hintergrund ist nicht nachvollziehbar, warum ein vergleichbares Bewusstsein in unserer Stadtverwaltung bislang zu fehlen scheint.
Wir fordern daher nachdrücklich, dass das Jebenhäuser Mineralwassereinzugsgebiet fachlich klar definiert, rechtlich abgesichert und dauerhaft festgeschrieben wird – nicht symbolisch, sondern verbindlich!
Entscheidend ist: Im gesamten betrachteten Bereich sind alle vorhandenen
Grundwasserleiter konsequent zu schützen. Dies war bislang auch der Fall – etwa durch Verbote von Düngung oder tiefgreifenden Erdarbeiten.
Sollte jedoch, wie derzeit geplant, das ehemalige Sondernutzungsgebiet „Brunnenareal“ in ein Gewerbegebiet umgewidmet werden, fällt dieser Schutzschild für das Mineralwasser weg.
Wir müssen uns klar machen: Diese Grundwasservorkommen sind nicht kurzfristig
regenerierbar. Ihre Entstehung hat Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte gedauert.
Entscheidungen, die diese Ressource betreffen, müssen sich an genau diesem Zeithorizont orientieren.
Ein Denken in Wahlperioden oder Investitionszyklen ist hier fatal.
Mehr Transparenz und Mitsprache
Im Juni 2023 wurde das Sondergebiet „Brunnenbetrieb“ von der Wackler Group
übernommen. Seitdem werden die Bürgerinnen und Bürger von Jebenhausen weitgehend im Unklaren darüber gelassen, was auf diesem sensiblen Gelände konkret geplant ist.
Trotz mehrfacher Nachfragen aus der Bevölkerung gab es bislang kaum öffentliche
Informationen. Auf unser wiederholtes Drängen hin äußerte sich lediglich Maximilian
Schwarz in einem einzigen Schreiben. Drei weitere Anfragen unsererseits blieben bis heute unbeantwortet.
Bereits im Frühjahr sollte – nach den Landtagswahlen am 8. März 2026 – ein sogenannter „Informationsmarkt“ stattfinden. Stand heute, 14. Mai 2026, ist jedoch nichts öffentlich passiert.
Besonders bemerkenswert wirkt dabei ein Zitat der Filstalwelle vom 27.04.2023. Dort wurde Oliver Schwarz mit den Worten zitiert:
„… dabei möchte Wackler einen vertrauensvollen und transparenten Austausch mit
Stadtverwaltung, Politik und Nachbarschaft.“
Die Menschen in Jebenhausen warten bis heute auf genau diesen angekündigten
transparenten und vertrauensvollen Austausch. Statt offener Kommunikation entstehen zunehmend Unsicherheit und Misstrauen.
Umehr stellt sich die Frage, welchen Wert solche öffentlichen Ankündigungen
überhaupt haben, wenn ihnen über Jahre hinweg keine sichtbaren Taten folgen. Transparenz und Bürgerdialog dürfen nicht nur wohlklingende Lippenbekenntnisse sein, die in Presseartikeln gut wirken, während konkrete Fragen unbeantwortet bleiben.
Viele Bürgerinnen und Bürger fragen sich inzwischen, ob dieses Vorgehen Methode hat: erst beruhigende Worte, später vollendete Tatsachen.
